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Hände helfen heilen
Osteopathie arbeitet mit geschulten Tastsinn
Die Osteopathie ist eine ganzheitliche manuelle Behandlungsmethode, die hilft Funktionsstörungen des Bewegungsapparates zu erkennen und sanft zu behandeln, aber auch die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren.
Ostheopathie bedeutet übersetzt „ Krankheit, die von den Knochen kommt“. Vor mehr als 125 Jahren wurde die osteopathische Therapie von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor (1828 – 1917). Er hatte bei seinen Patienten beobachtet, wie bereits geringfügige Veränderungen an Knochen, Gelenken und Bändern den gesamten Körper beinflussen können.
Der Osteopath erkennt und behandelt Funktionstörungen allein durch den geschulten Tastsinn seiner Hände. In den USA sind die Anwender von Osteopathie, die Osteopathen, in den Rang von Doktoren gestiegen. Sie haben eine sechsjährige Ausbildung absolviert. Seit den 50er Jahren hat die Osteopathie auch Deutschland erreicht.
Störungen früh erkennen
Die Osteopathie hilft in erster Linie bei chronischen Verspannungen und Verletzungen des Skeletts und der dazugehörigen Muskeln und Bändern, vor allem bei Beschwerden, die einen direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Wirbelsäule haben.
Unspezifische Beschwerden erfassen
Den Osteopathen interessieren beim Aufnehmen der Krankheitsgeschichte nicht nur die konkreten Beschwerden des Patienten. Er stellt auch Fragen bzgl. Schlafstörungen, Verdauungsproblemen, älteren Veretzungen oder Unfällen, in Einzelfällen auch nach Problemen bei der Geburt. Des Weiteren muss der Patient die Schmerzqualität genau beschreiben. Schließlich analysiert der Therapeut Haltung und Bewegung des Patienten. Er sucht mit verschiedenen Mobilitätstests nach Bewegungseinschränkungen. Dabei versucht er auch die Spannungsverteilung im Körper zu erkennen, zum Beispiel zwischen Vorder- und Rückseite.
Der nächste Schritt ist das Ertasten von Blockaden und ihren Auswirkungen im Gewebe und Skelett. In der Osteopathie gelten Bewegungseinschränkungen zu den wichtigsten Ursachen für Schmerzzuständen oder Erkrankungen. Röntgenbilder oder andere Befunde, die der Patient von einer vorausgegangenen Untersuchung durch einen Schulmediziener mitbringt, sind hilfreich.
Trainierter Tastsinn
Nach einer ausführlichen Diagnose wird die Behandlung ganz individuell auf den Einzelnen abgestimmt.Ein gut geschulter Osteopath kennt die anatomischen und physiologischen Zusammenhänge und hat seinen Tastsinn soweit trainert, dass ihm eine große Palette von Behandlungsgriffen zur Verfügung steht. Er möchte hiermit in erster Linie einen Anstoß zur Selbstheilung des Körpers geben.
Je nach Diagnose können drei verschiedene Bereiche mit den Händen des Osteopathen behandelt werden: Das cranio-sacrale System behandelt Schädel, Wirbelsäule und Becken. Das viszerale System betrifft die inneren Organe, insbesondere das Verdauungssystem. Die Therapie des gesamten Bewegungsapparates, sowie des Bindegewebes wird als parietales System bezeichnet. |